Ein Gesicht unserer Region...
... stellt im mehr als 850-jährigen Schinna das Areal eines vormaligen Benediktinerklosters dar. Anno 1148 vom Mindener Bischof gegründet und dem Schutzheiligen Vitus geweiht, wurde es Wirkungsstätte von Mönchen aus dem Michaeliskloster in Hildesheim. Als unter der Herrschaft der Grafen von Hoya 1523 die Reformation eingeführt worden war, verpachteten nach deren Aussterben die neuen Landesherren das Klostergut. Zunächst als Vorwerk der Domäne Stolzenau genutzt, wurde 1876 eine staatliche Domäne gebildet und verpachtet. Die Gebäude sind nach wie vor erhalten; ebenso wie einstige Konventsgebäude, das Abtshaus und eine vormalige Fachwerkkirche (Foto) – Ersatz für einen massiven Vorgängerbau, den Graf Erich abreißen ließ, um Material zur Vergrößerung seines Stolzenauer Schlosses zu gewinnen. Nachdem das Ensemble über Generationen hinweg landwirtschaftlich „umgenutzt“ worden ist (Getreidelager, Stallungen), erleben die alten Gebäude jetzt eine Renaissance: Gefördert von der Europäischen Union, dem Land Niedersachsen, dem Landkreis Nienburg und der Gemeinde Stolzenau hat die „Stiftung Kloster Schinna“ eine umfassende Sanierung mit bemerkenswerten Ergebnissen initiiert. – Die Historische Gesellschaft hat deswegen in ihre aktuelle Jahresplanung einen Besuch aufgenommen, der auch die benachbarte St.-Vitus-Kirche einbeziehen wird. Dort ist jener kostbare Flügelaltar zu bewundern, der sich einst in der kleinen Fachwerkkirche befunden hatte. |